Das Altarbild im Detail

Heute möchten wir Euch das neue Altarbild endlich im Detail vorstellen.

Der Grundgedanke ist eine Einheit zwischen moderner Farbgestaltung und traditioneller Einrichtung zu bilden, so dass der Besucher den Raum als harmonischen Ort wahrnimmt, der ihn einlädt, dort zu verweilen. Die Komposition der Altarwand erinnert an eine Schale, die sich nach oben öffnet wie empfangende Armen: jeder Besucher ist herzlich willkommen. Die warmen Farben erhellen die Dunkelheit des Kreuzes ohne dessen Tragik zu verneinen. Umso mehr leuchten die Sonnenfarben der Auferstehung, aus denen sich die roten Feuerzungen des Heiligen Geistes hervorheben. Gottes Geist wirkt in der privaten und öffentlichen Geschichte der Menschen, die von der rauen Oberfläche – von Putzstrukturen erzeugt – symbolisiert wird, denn selten „läuft alles glatt“ im Leben. Versagen, Leiden und die Erfahrung der Gottesferne bleiben niemandem erspart.

Die Linie, die die Hauptwand durchzieht und bis in die Fensterlaibung hineinzieht, betont die Kontinuität zwischen Gott und Welt, die Marias schützenden Einfluss mit einbezieht. Die Vereinigung zwischen Himmel und Erde zeigt sich in der Fusion der zeitgemäßen Malweise mit der Symbolik der christlichen Tradition: Gelb ist die Farbe der Auferstehung und des Lichtes, das die Finsternis besiegt. Rot steht für den Heiligen Geist und die Leidenschaft für den Glauben sowie das Blut der ersten Märtyrer. Blau versinnbildlicht das lebendige Wasser, das den Durst des Herzens löscht, die Marienverehrung und die Taufe. Es handelt sich um Farbräume, die in weichem Sfumato ineinander übergehen. Die Putzstrukturen im unteren Bereich, sowie die gestische Malerei der Gestaltung sprengen den geometrischen Rahmen auf und löschen die Umrisse der übereinander liegenden Lasuren aus. Jedes Element fügt sich dem großen Ganzen und lässt ein Bild des Friedens und der Ausgeglichenheit entstehen.

Der Engel über der Tür ist der Himmelsbote, der den Besucher empfängt und beim Verlassen des Raumes hinaus begleitet. Die weichen Konturen der Figur in hellem Blau stellen die Schwerlosigkeit des Gottesboten dar.

Das Blau kehrt als Abbildung der sprudelnden Quelle über dem Wasserbecken wieder als Erinnerung der Taufe. Das ist der erste Impuls zur Besinnung. Und gleichzeitig eine erneute Einladung an den Gast, wenn er wieder in seinen Alltag zurückkehrt, die Kapelle nochmals zu besuchen.

(Dieser Text stammt, ebenso wie der Entwurf und die Ausführung der Arbeiten, von den Kirchenmalern Eberhard Münch und Maria Acconci Münch im April 2017)

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